Eine "ewigfrische Blüte am Baume der Volkspoesie"?

Kritisches zu heimatlichen Sagen an Rhein und Lahn

© Klaus Graf 1997




"Eine herrliche, ewigfrische Blüte am Baume der Volkspoesie ist die Sage". Mit diesen Worten beginnt die Einleitung von Carl Heßlers "Sagenkranz aus Hessen-Nassau", der 1894 in zweiter Auflage erschien. Als Motto ist ein Gedicht von Ludwig Bechstein vorangestellt. Ich zitiere einige Verse:

Die Sage wandelt sinnend durchs Land von Ort zu Ort
Und pflanzt in ihrem Garten der Dichtung Blumen fort.
...
Sie hat sich mit dem Lande so liebend treu vermählt,
Daß sie fast aller Orten von alter Zeit erzählt.

Eine romantische Stimmung soll sich des Lesers bemächtigen und in sein Herz, wie es am Ende von Heßlers Einleitung heißt, die Liebe zur Heimat, zum Vaterland einpflanzen - Sagen sind Volkspoesie und als solche die wahre Heimatliteratur.

Wenn Bechstein davon spricht, daß die Sage in Hainen rausche, um stolze Burgen schwebe und am Waldesbach spiele, greift er nicht von ungefähr beliebte Bildmotive der romantischen Kunst auf. Man fühlt sich an Illustrationen des Spätromantikers Ludwig Richter erinnert. Dieser hat selber in seinen Lebenserinnerungen davon gesprochen, daß ein Landschaftszeichner die Lieder, Sagen und Märchen des Volkes kennen solle: "Wie herrlich sind in den Märchen das geheimnisvolle Waldesdunkel, die rauschenden Brunnen, blühenden Blumen und Knospen [...] aufgefaßt, in den Sagen: alte Burgen, Klöster, einsame Waldgegenden, sonderbare Felsen dargestellt! Köhler, Schäfer, Pilger, schöne Jungfrauen, Jäger, Müller, Ritter, Nixen und Riesen, das sind die natürlichen, romantischen Personen, welche in jenen Sagen spielen" (Mythos Rhein 65). In keiner anderen deutschen Landschaft ist die Verbindung von pittoresken Landschaftsdarstellungen, Reiseliteratur und Sagentexten so ausgeprägt wie am Rhein. Rheinromantik und Rheinsagen gehörten und gehören untrennbar zusammen. Noch heute bedienen an jedem Kiosk entlang des Flusses kleine Sagenbändchen mit überzuckerten Geschichten, schlechtem Rheinwein vergleichbar, den Massengeschmack. Nirgendwo sonst läßt sich mit Sagen - notfalls auch übersetzt ins Japanische - so viel Geld verdienen wie am Rhein.

Eine 1908 erschienenen Zusammenstellung gedruckter Sagenbände verzeichnete unter dem Stichwort "Rheinland" nicht weniger als 135 Titel. Läßt man 54 außeracht, die sich auf Teilregionen beschränken und im Titel den Rhein nicht erwähnen, so bleibt eine stattliche kleine Bibliothek von 81 Büchern übrig. Der älteste Titel stammt aus dem Jahr 1811, 33 Titel erschienen vor 1850. In englischer Sprache sind 13, in französischer 9 Bände verfaßt. Nicht berücksichtigt sind jene Werke der Reiseliteratur, die zwar Sagen wiedergeben, jedoch im Titel nicht ausdrücklich darauf Bezug nehmen. Auch sonst dürfte die Aufstellung lückenhaft sein. Trotzdem läßt sich feststellen, daß im 19. Jahrhundert die Anzahl gedruckter rheinischer Sagenbücher im Vergleich zu anderen Landschaften exorbitant hoch war.

Wer nun aber glaubt, daß die Inhalte dieser vielen Bücher, die ich natürlich selbst nicht alle gelesen habe, entsprechend abwechslungsreich wären, irrt sich. Man schrieb meist voneinander ab bzw. formulierte die gleichen Stoffe immer wieder neu - sei es in Prosa, sei es im Vers. Nicht wenige dieser Sagenbände waren nämlich eigentlich Gedicht- oder Balladenbände. Am erfolgreichsten war die von dem Germanisten Karl Simrock zusammengestellte Sammlung gereimter Sagenpoesie, die unter dem Titel "Rheinsagen aus dem Munde des Volkes und deutscher Dichter" erstmals 1837 erschien und über 10 Auflagen erlebte.

Süßlichen Sagenkitsch findet man in fast allen deutschen Sagensammlungen, aber nirgends tritt er so unangenehm gehäuft auf wie im Rheinland und den angrenzenden Gegenden. Dies gilt nicht zuletzt auch für die von mir hoch geschätzte Sammlung "Sagen des Westerwaldes" von Professor Helmut Fischer, wofür dieser selbst natürlich nichts kann, mußte er sich doch notgedrungenermaßen auf das stützen, was er in seinen Quellen vorfand: also in älteren Sagensammlungen und vor allem in der häufig von heimatbewegten Oberlehrern mit einem unglücklichen Hang zur anschaulichen Darstellung verfaßten Ortsliteratur. Beispielsweise wird in einem Sagenbuch von 1910 "Aus Nassaus Sagenschatz" die Bad Emser Hanselmännchen-Geschichte, auf die ich noch zurückkomme, mit allerlei sentimentalem Zierat aufgeputzt. Eine kleine Kostprobe: "Aus den Fluten der Lahn hob die Wasserfrau ihr totenbleiches Antlitz mit den dunklen sehnsüchtigen Augen, und ihr langes Haar flutete und schimmerte wellauf, wellab" (Fischer 216).

Paradigma der deutschen Sage - außerhalb des Rheinlands - ist die dämonologische Sage, die von übernatürlichen Wesen - von Geistern, Nixen, Riesen, Zwergen usw. handelt. Vor allem das 19. Jahrhundert war fasziniert von der Möglichkeit, in den Erzählungen des einfachen Volkes letzte Spuren von altgermanischer Religion und Götterglauben sichern zu können. So hielt man überwiegend Ausschau nach solchen mythologischen Überlieferungen, die als Bausteine dieses mit unglaublichem Eifer betriebenen Rekonstruktionsversuchs geeignet schienen. Bahnbrechend haben vor allem die Brüder Grimm gewirkt, die vielleicht am meisten dazu beigetragen haben, daß in den Jahren nach 1800 der unübersichtliche und vielgestaltige Strom mündlicher und schriftlicher Traditionen und Erzählstoffe gleichsam in mehreren Flußbetten kanalisiert wurde. Volksmärchen und Volkssagen stellten die Brüder Grimm in getrennten Veröffentlichungen dem Publikum vor. Auch die "schwankhaften", die lustigen und heiteren Erzählungen, und die frommen Legenden wurden von den Sagen abgetrennt. In der vornehmlich aufgrund von gedruckten Quellen erstellten zweibändigen Sammlung der "Deutschen Sagen" (1816/18) wollte das patriotisch gesinnte Brüderpaar die "Überbleibsel von dem großen Schatze uralter deutscher Volksdichtung" retten. Während der erste Band den sogenannten Ortssagen gewidmet war, in denen vor allem dämonische Gestalten und Geister auftraten, galt der zweite Band den "historischen Sagen", die sich meist an historische Persönlichkeiten der deutschen Geschichte knüpften. Die so hergestellte wenig glückliche Verbindung von Spukgeschichten und Geschichte ist bis heute für den volkskundlichen Sagenbegriff ausschlaggebend geblieben.

Im Rheinland aber war alles anders. Paradigma der rheinischen Sage, wie sie sich in den erwähnten vielen Sagenbüchern präsentiert, ist die literarische und historische Sage. Sie ist jedoch bislang von der zünftischen Sagenforschung, angesiedelt im Fach Volkskunde, nur wenig beachtet worden. Fixiert auf die vermeintlich volkstümliche Mythologie der Spinnstuben-Erzählungen hatte man kaum etwas übrig für die als "unechtes Sagengut" betrachteten romantischen Rittergeschichten, die allzu deutlich auf den literarischen Geschmack des Massenpublikums seit dem Ende des 18. Jahrhunderts verwiesen. Die engen Wechselbeziehungen zur zeitgenössischen belletristischen Literatur und insbesondere zu dem Bereich, den man abschätzig als Trivialliteratur bezeichnet, wurde von den volkskundlichen Gralshütern der Echten Deutschen Sage ebenso ignoriert wie die klaren Querverbindungen zur Geschichtskultur in der Zeit der Aufklärung und der Romantik. Geschichtskultur meint dabei das Ensemble der Medien, mit denen Geschichte vermittelt und auf Vergangenes zurückgegriffen wird: also außer Geschichtsdarstellungen auch beispielsweise historische Romane, historische Jubiläen und Feste, Denkmäler und Bauwerke des Hi storismus wie die im 19. Jahrhundert wiederaufgebauten Ritterburgen entlang des Rheins. Sagentexte und Sagenbücher müssen als Teil dieser Geschichtskultur begriffen werden. Kurzum: die traditionelle volkskundliche Sagenforschung, die das Wesen der Heimatsage in ihrem Charakter als uraltes Volksgut erkennen will, das von Generation zu Generation mündlich weitergegeben wurde, hat wissenschaftlich abgewirtschaftet. (Nicht jedoch kommerziell, denn nach wie vor wimmelt es in den Vorworten gutgehen der Sagenbücher von abgestandenen Klischees.) Den real existierenden Rheinsagen kann man, wie ich meine, nur dann als Dokumenten der Kulturgeschichte gerecht werden, wenn man sie zum einen als literarische Texte und als Texte in literaturgeschichtlichem Kontext ernstnimmt und zum anderen ihre Einbindung in die zeitgenössische Geschichtskultur nie aus dem Auge verliert.

Was wäre die rheinische Kitschpostkarte ohne die Loreley? Ohne Zweifel ist die Sage von der schönen Jungfrau eine wahre Volkssage, da in aller Munde, doch ist sich die literaturwissenschaftliche Forschung seit langem über den rein literarischen Ursprung der volkstümlichsten Rheinsage im klaren. Von einer alten Volksüberlieferung kann keine Rede sein. Erfinder der Loreley ist nicht Heinrich Heine, dessen Gedicht "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" von 1823 nur die populärste der verschiedenen Fassungen darstellt, sondern der Romantiker Clemens Brentano. Er nahm ein Lied über die Lore-Lay 1801 in seinen Roman "Godwi" auf und schuf, wie Ulrike Fuß in dem Katalog "Mythos Rhein" schreibt, in "Ermangelung von Volkssagen ... eine Kunstsage im Volksliedton, die so eingängig war, daß sie in der Folge den Namen des Loreley-Felsens untrennbar mit der Geschichte einer tödlich-schönen Frau verband" (268).

Ein weniger bekanntes Beispiel für die Übernahme literarischer Schöpfungen in Sagenbücher ist die Geschichte "Das Schloß im See", die von einem tiefen See bei Andernach erzählt. In der auch als Ullstein-Taschenbuch vertriebenen Sammlung "Sagen aus Rheinland-Pfalz" ist sie nach Karl Geibs "Sagen und Geschichten des Rheinlandes" von 1836 wiedergegeben worden. Es handelt sich in Wirklichkeit um die veränderte Prosafassung eines Gedichtes von Friedrich Schlegel, mit dem sich Josef Ruland auseinandergesetzt hat. Erst in der Gesamtausgabe von 1823 hat Schlegel die Ortsangabe Andernach seiner 1807 erstmals gedruckten Ballade, die philosophisch über den Untergang des Rittertums nachdenkt, hinzugefügt. Schlegel hat den Laacher See, um den es sich handeln muß, nie selbst gesehen, sondern sich von einem begeisterten Brief seiner Frau Dorothea aus dem Jahr 1808 inspirieren lassen. Ein Gedicht, das ursprünglich mit dem Rheinland und der Volkspoesie nichts zu tun hat, ist also nachträglich von dem Bearbeiter Geib in eine örtliche Sage umgeschrieben worden.

Wie mühsam, aber auch spannend es sein kann, der Geschichte einer Sage nachzuspüren, demonstriert der 1994 erschienene Band "Die Andernacher Bäckerjungen. Hintergründe einer Sage". Die Bäckerjungen sollen Andernach vor einem feindlichen Überfall der Linzer, der mit Ereignissen des Jahres 1475 in Verbindung gebracht wird, bewahrt haben. Günter Haffke konnte folgendes ermitteln: Erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts sind die einzelnen Motive der heute populären Sagenfassung zusammengeführt worden, und zwar keineswegs vom Volksmund, sondern von Literaten wie Karl Simrock, in dessen Rheinsagen die Erzählung 1869 Eingang fanden, nachdem bereits ein lokaler Autor 1855 ein Gedicht über den Stoff veröffentlicht hatte. Das seit 1950 veranstaltete jährliche Bäckerjungenfest, ein Mittelalter-Spektakel mit Festzug und Frühschoppen, das Andernachs Ruf als "Bäckerjungenstadt" begründet hat, beweist einmal mehr, daß Sagen-Marketing sich in klingender Münze auszahlen kann.

Können solche Einzelbeobachtungen verallgemeinert werden? 1928 kam eine Studie von Juliane Buetzler zu dem Schluß, daß sich die von den Brüdern Grimm vertretene wissenschaftliche Richtung der romantischen Sagenbetrachtung am Rhein nicht durchsetzen konnte. Charakteristisch für die meisten Rheinsagen sei die "Anknüpfung an die Ritterzeit, die sentimentale Haltung in der Ausgestaltung eines Liebesmotivs und oft eine gewisse rührselige Schauerromantik" (77). Bald habe es keine Burg im ganzen Rheintal mehr gegeben, an die man nicht eine solche Sage knüpfte.

Bereits 1862 hatte Alexander Kaufmann in seinen wichtigen gelehrten Nachweisen zu Simrocks Rheinsagen das "viele Unvolksthümliche, welches sich in die moderne rheinische Sagenliteratur eingeschlichen" (VI), getadelt. "Am Rhein grassirte", schreibt er, "zu Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts die Unsitte, jedem romantischen oder sentimentalen Stoffe, gleichviel er mit dem Rhein Berührungspuncte hatte oder nicht , ob er deutschen Ursprunges war oder wälschen, eine Stelle anzuweisen [...]. Engländer und Franzosen trieben dieses Spiel, welches der Sage jede Bedeutung nimmt, auf seine Höhe" (VIII). Zur Illustration dieser Feststellung kann ich die von Ruland aus Snowes 1839 in London gedruckter Rheinsagensammlung beigebrachte Erzählung von einem Ungeheuer, das sich an der Frau des Frankenkönigs Clodio vergeht und mit ihr Merowig zeugt, anführen. Ruland nennt sie die "ausgefallenste Fabel über Andernach", weist jedoch ihre Quelle nicht nach. Es handelt sich um die bekannte Merowinger-Meerwunder-Überlieferung, die auch Eingang in die Grimmschen Sagen (Nr. 424 mit 405) gefunden hat, und die von Snowe einfach an den Rhein und nach Andernach verlegt wurde.

Englische Autoren interessierten sich erst ab 1815 stärker für Rheinsagen. Zu diesem Schluß kam ein Aufsatz von William Vaughan im Ausstellungskatalog "Vom Zauber des Rheins ergriffen ..." von 1992. Nicht zuletzt dieser Befund spricht dafür, daß die Rheinsage erst ein Kind der Rheinromantik um 1800 war. Natürlich gab es am Rhein lange vor 1800 örtliche Überlieferungen, etwa vom Binger Mäuseturm, doch diese waren eben keine "Sagen", weil sie nicht vor dem Hintergrund des sich um 1800 ausbildenden Konzepts der "Volkssage" erzählt wurden.

Vor allem zwei Autoren haben, wenn man so will, die Rheinsage im ersten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts "erfunden": der Historiker Niklas Vogt und der zum Kreis der Heidelberger Romantiker gehörende Ästhetikprofessor Aloys Schreiber. Gemeinsam verfaßten sie 1809 das Buch "Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf", in der sie eine Reihe älterer Überlieferungen erwähnten, drei Sagen aber ausführlich erzählten. Programmatisch lassen die dort verwendeten Motive die Richtung erkennen, in die sich die Rheinsage bewegen sollte. Als Quelle macht Buetzler die "untere Strömung der Unterhaltungsliteratur" aus, die den Ritterroman der Aufklärung mit Romantik durchsetzt habe (69). Die Rheinsage war also, könnte man formulieren, nicht nur ein Kind der Rheinromantik, sondern auch eine uneheliche Tochter der Ritterromane.

Eine genauere Analyse hat am Beispiel von einer der drei Sagen, derjenigen von den feindlichen Brüdern auf Sternberg und Liebenstein, bereits 1856 der "Rheinische Antiquarius" Christian von Stramberg geliefert. Für ihn ist Vogts Version eine "fabricirte Volkssage", und Stramberg glaubt auch zu wissen, wie und unter welchen Umständen sie entstanden ist. Gemacht habe sie ein Herr Joseph Kügelgen in Rhens, an den sich der Koblenzer Tribunalrichter Tippel, von Vogt um nähere Auskunft zu den Burgen oberhalb von Bornhofen angegangen, gewandt habe. Stramberg nennt als Stoffquellen einen populären Ritterroman, das "Petermännchen" und die Erzählung "Männerschwur und Weibertreue" in Veit Webers alias Leonhard Wächters berühmt-berüchtigten "Sagen der Vorzeit", erschienen ab 1787. Vor lauter Empörung über das "Kunstprodukt der Pseudoromantik" (125), nämlich der Vogt-Schreiberschen Version der Brüdersage, unterläßt es die diesem Stoff gewidmete volkskundliche Monographie von Hedwig Jacke aus dem Jahr 1932, diesem Hinweis nachzugehen - ein klares Beispiel für die quellenferne Orientierung der älteren volksundlichen Erzählforschung am chimärenhaften Konstrukt der sogenannten "echten Volkssage", die man klar von der sogenannten "Kunstsage" geschieden wissen wollte. Dabei darf um 1800 darf das Konzept der getreu aufzuzeichnenden "Volkssage", wie es später die Grimmsche Sammlung paradigmatisch definieren sollte, keinesfalls schon von dem im Bereich der sogenannten Trivialliteratur angesiedelten literarischen Konzept der "Sage der Vorzeit" getrennt werden. Damals waren die Ritterromane einer der beliebtesten Lesestoffe des breiten Publikums. Als Heinrich von Kleist eine Würzburger Leihbücherei besuchte, wußte man, wie er in einem Brief am 14. September 1800 notierte, keine Werke von Schiller und Goethe vorzuweisen, sondern gab auf die Frage nach dem Buchbestand die Auskunft: "Rittergeschichten, lauter Rittergeschichten, rechts die Rittergeschichten mit Gespenstern, links ohne Gespenster, nach Belieben".

Es ist wohl auch kein Zufall, daß der derzeit älteste bekannte Beleg für den Begriff "Raubritter" im Titel eines 1799 erschienenen Ritterromans vorkommt. Die in den deutschen Sagensammlungen zuhauf vertretenen Raubrittergeschichten sind denn auch keine Traditionen aus dem Mittelalter, sondern das Resultat der damaligen Anschauungen und Meinungen über das Mittelalter, also jenes Mittelalter-Bilds, das im 18. und 19. Jahrhundert die gängigen Geschichtsdarstellungen, vor allem aber die historischen Erzählungen und Ritterromane vermittelten. Damals blickte man mit Schauder auf die Zeiten des sogenannten Faustrechts zurück, als adelige Wüstlinge das Bürgertum schikanierten. Vor allem die Burgruinen galten als ehemalige "Raubschlösser, welche nach angeordnetem Landfrieden zerstört worden sind", so Friedrich Schlegel 1806 angesichts der Rheinburgen (Zimmermann 201).

Abhängig von populären Lesestoffen waren auch jene Sagen, in denen die Vehmgerichte oder die Tempelherren erscheinen - beides beliebte Versatzstücke in Ritterromanen. Wenn im Gedicht von Wolfgang Müller von Königswinter "Die Templer von Lahneck" der Untergang der vermeintlichen Tempelritterniederlassung auf Burg Lahneck besungen wird, so verbinden sich in diesem Stoff ältere Traditionen, die vor allem seit dem 16. Jahrhundert altertümliche Bauwerke und Ruinen als Templerhäuser deuteten, mit historischem Wissen über den Untergang des Templerordens zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Diese Kenntnisse wiederum standen in unmittelbarer Beziehung mit der bekannten Faszination, die im 18. Jahrhundert Geheimgesellschaften wie die Freimaurer, die sich auf angebliche Templertraditionen beriefen, ausgeübt haben.

Überhaupt läßt sich in rheinischen Sagenbüchern häufig konstatieren, daß historische Ereignisse mehr oder minder getreu in Sagenform präsentiert werden. Eine volkspädagogische Zielsetzung, die vaterländische oder regionale Geschichte in erzählerisch ansprechender Form aufbereiten und vermitteln wollte, gewissermaßen sagenumkränzte Geschichte, läßt sich nicht trennen von der Verwendung von Geschichte als Folie literarischer Gestaltung, gewissermaßen geschichtsumkränzte Sage. Von einer mündlichen Geschichtsüberlieferung, die im Volk, bei einfachen Handwerkern, Winzern oder Bauern lebte, kann in beiden Fällen natürlich zunächst nicht die Rede sein. Wurden diese jedoch von Reisenden oder durch eigene Lektüre mit den gelehrten oder romantischen Fabrikaten konfrontiert, so konnten diese aber auch Eingang in das populäre Erzählgut finden.

Ein besonders krasses Exempel für die Vermittlung historischer Fakten und die anschließende Präsentation fiktionalen Erzählens mit dem Kolorit des historischen Romans ist der über vier Druckseiten lange Text "Kaiser Heinrich IV. auf Hammerstein", den Fischers Westerwaldsagen aus dem erwähnten Buch von Karl Geib 1836 entnommen haben. Zunächst wird der aus authentischen Quellen des 11. Jahrhunderts bekannte Hammersteiner Ehehandel referiert, der auch Vorlage für eine Sagenballade Simrocks war, um dann auf den Aufenthalt Heinrichs V. auf seiner Flucht 1105 überzugehen. Angekündigt wird eine "durch eine schöne poetische Darstellung verherrlichte Kunde", und welchen Zuschnitt diese hat, zeigt gleich der erste Satz überdeutlich: "In seinem Gemache saß der alte Burgvogt von Hammerstein und sah ernst und trübe auf das weite Feld und die Wellen des Stromes hinab, die noch der letzte, an den westlichen Höhen funkelnde Abendschein rötete" (236).

Zwar überwiegen bei den romantischen Rheinsagen die literarischen Fabrikate, doch muß man gelegentlich mit der Möglichkeit rechnen, daß die Geschichtsauffassung der Ritterromane direkt und nicht über den Umweg der Sagenbücher sich in der mündlichen Erzählüberlieferung niedergeschlagen hat. Romantische Liebesgeschichten von Rittern und Raubrittern finden sich nämlich schon in der ältesten deutschen Sagensammlung, den 1800 erschienenen "Volkssagen" des Halberstädter Generalsuperintendenten Nachtigal - sie betreffen den Harzraum und wurden nach der Angabe des Herausgebers dem einfachen Volk abgelauscht. Für das Rheinland könnte man die bei Rolandseck lokalisierte Sage von Roland und Hildegunde anführen. Sie gilt als literarische Schöpfung in Anlehnung an Schillers Ballade "Ritter Toggenburg" von 1797. Nun bezieht sich aber bereits der Koblenzer Priester Joseph Gregor Lang 1790 auf den Stoffkern der Geschichte, der ausdrücklich als "alte Sage" bezeichnet wird: das Schloß Rolandseck sei von Roland, dem Neffen Karls des Großen, nur erbaut worden, um seiner Schönen, die im Kloster Nonnenwerth eingesperrt lebte, nahezusein.

Kaum Rheinsagen trifft man in den "Deutschen Sagen" von 1816/18 der Brüder Grimm an. Sie wollten, heißt es in der Vorrede, Rücksicht nehmen auf eine von Niklas Vogt angekündigte Sammlung von Rheinsagen. Vielleicht waren ihnen aber auch die kandierten Sagen-Früchte vom Rhein etwas zu süß geraten. Welche Sagen nach dem Geschmack der Brüder Grimm damals an Mosel und Rhein erzählt wurden, dürfte eine im Manuskript vorliegende Sagensammlung des Heidelberger Philosophen Friedrich von Carové beleuchten. Er sandte sie im Jahr 1816 an die Grimms, und in ihrem Nachlaß ist sie in der Staatsbibliothek zu Berlin erhalten geblieben. Ich habe sie zwar nicht eingesehen, doch ist wenigstens eine Sage in einem Ausstellungskatalog im Faksimile veröffentlicht worden. Ihr schlichter Erzählton hat mit dem klebrigen Naschwerk der Rheinromantik nichts gemein: "Bey Montabaur (nicht weit von Limburg an der Lahn) ist ein Dorf, darin erzählen die Mädchen viel von den Waldteufelchen, die beinahe immer in den Ställen sind, wenn die Mädchen hinein kommen. Sie haben rothe Hütchen auf, und manchmal ein Stäbchen in der Hand und sind sehr klein. Zuweilen necken sie die Mädchen, öfter aber helfen sie ihnen beym Melken und Futterstoßen. Alle Beschwörungen der Geistlichen können nichts gegen sie ausrichten. Sie bleiben. Anfangs irrten sie die Mägde. Nach und nach gewöhnten diese sich an die kleinen Fremdlinge".

In der Mitte des letzten Jahrhunderts erschien von Christian von Stramberg sein monumentales Sammelwerk in 39 Bänden: "Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Antiquarius". Der unglaublich belesene Autor, eine Art verspäteter barocker Polyhistor, trug eine riesige Stoffmasse zusammen, die er weder bändigen konnte noch wollte. Stramberg schrieb für ein breites Publikum, das ihm gern seine labyrinthischen Wege, Umwege und Irrwege durch die rheinische Geschichte verzieh. Er verzichtete daher auf genaue Quellenangaben, was den Historiker des öfteren zu zeitraubender Quellenkritik zwingt und ihm nicht selten die Glaubensentscheidung abverlangt, Stramberg zu vertrauen oder nicht. Karl-Georg Faber hat in seiner Dissertation einige quellenkritische Sondierungsgräben durch Strambergs Werk gezogen und dem Antiquarius mitunter manipulativen Umgang mit seinen Vorlagen vorgehalten, aber von eigentlichen Quellenfiktionen in größerem Umfang ist nicht die Rede. Was die zahlreichen bei Stramberg erstmals überlieferten Sagen betrifft, hebt Faber im Gegenteil den hohen Quellenwert des Werks hervor. Bereits oben habe ich dankbar auf die Entlarvung der Vogtschen Sage von den zwei Brüdern als Fabrikat durch Stramberg zurückgegriffen. Bei näherem Hinsehen ist jedoch bei der Verwertung von Stramberg als Sagenquelle äußerste Vorsicht geboten, wie ich exemplarisch an dem Abschnitt über Bad Ems in Abt. II, Bd. 3 von 1853 zeigen möchte.

Als Bewohner der sogenannten Hanselmannshöhlen werden die Hanselmänner namhaft gemacht, von denen die Sage viel zu erzählen wisse. Stramberg bringt sie mit Herodots Pygmäen zusammen und berichtet, ganz in der Art einer seriösen historischen Darstellung, anschließend ausführlich von der Ausbreitung dieses "lichtscheuen Zwergengeschlechts", die von ihrer Heimat in Indien und Turkestan über unterirdische Straßenzüge nach Deutschland gelangt seien. In einem Exemplar von Strambergs Buchs hat ein Leser dazu am Rand notiert: "Kerl, wat weissde nit all". Von den Fehden der Hanselmänner der Lahnmündung gegen ihre Stammesgenossen um Ems geht der Antiquarius auf die Charakteristik der Emser Hanselmänner über, die er als Helfer der Bergleute rühmt. Längere Abschnitte kennzeichnet er als wörtliche Auszüge aus einem Werk eines nicht genannten Gewährsmannes. Daß man den Hanselmännern Speise hinstelle, veranlaßt Stramberg, eine lange Geschichte über das Erlebnis zweier Studenten mit einem westfälischen Hausgeist anzufügen. Nach Ems zurückkehrend, erzählt er anschließend, wie im 17. Jahrhundert bei Ems eine Frau von Marioth einer Zwergin Geburtshilfe leistet und dafür als Dank einen Schicksalsring erhält, der ihre Familie mit Reichtum überschüttete. Den Abschluß des über 13 Seiten langen Hanselmann-Potpourris bildet die Sage von einem Schneider aus Nassau, der in einem Gewölbe auf eine Schlangenjungfrau trifft, die einen Schatz bewacht. Da er es nicht fertigbringt, sie dreimal zu küssen, bleibt er arm.

Da es an einer Stelle heißt "mein Coblenzer Referent", erweckt Stramberg den Anschein, als folge er einer Koblenzer Quelle. In Bd. 3 der Abt. I, 1854 erschienen, wird der ganze Haintzelmänner-Abschnitt ohne die letztgenannte Geschichte von der Schlangenjungfrau auf eine archivalische Notiz zurückgeführt, die Stramberg eben von einem Freund erhalten haben will. Er gibt aus dieser um 1604 datierten Quelle einen Abschnitt über einen Koblenzer Hausgeist in der Kastorsgasse wörtlich wieder. Ich kann zwar, da ich kein Sprachwissenschaftler bin, die sprachliche Seite dieses in frühneuzeitlichem Deutsch verfaßten Textes kaum beurteilen, denke aber, daß Stramberg diese Quelle möglicherweise selbst erfunden hat. Denn für mindestens zwei der Emser Hanselmanngeschichten kann ich seine Vorlage aus einem gedruckten Buch nachweisen, und zwar handelt es sich um das 1689 in Laibach erschienene Werk des Freiherrn von Valvasor: "Die Ehre deß Herzogthums Crain". Daß Stramberg dieser rare Druck tatsächlich zur Verfügung stand, ergibt sich aus den oben erwähnten Erörterungen zur Sage von den feindlichen Brüdern, denn dort führt der Antiquarius Valvasor ausrücklich als Quelle an. Valvasor war auch die Vorlage von Sagen der Brüder Grimm, doch hat Stramberg nicht einfach von ihnen abgeschrieben, sondern direkt auf den krainischen Freiherrn zurückgegriffen. Dies ist unzweifelhaft der Fall bei der Geschichte von dem westfälischen Hausgeist, in Grimms Deutschen Sagen Nr. 74. Der angebliche Emser Brauch, den Hanselmännern täglich ein Töpflein mit Speise und jährlich ein rotes Rücklein zukommen zu lassen, bezieht sich in Wirklichkeit, wie auch der Geschichte "Die Wichtlein" der Grimms (Nr. 37) zu entnehmen, auf das slowenische Idria. Für den Marioth-Stoff lassen sich zwei Grimmsche Sagen, "Die Ahnfrau von Rantzau" (Nr. 41) und "Die Frau von Alvensleben" (Nr. 68), als mögliche Vorbilder ausmachen, und die letzte Sage von dem Nassauer Schneider und der Schlangenjungfrau wird in den "Deutschen Sagen" (Nr. 13) von einem Schneiderssohn aus Basel erzählt. Inwieweit Stramberg neben den Brüdern Grimm und Valvasor weitere frühneuzeitliche Kompilationsliteratur, auf die sich auch die Grimms stützten, herangezogen hat, konnte ich bislang noch nicht klären.

Was ist nun das Resultat meiner vorläufigen Quellenanalyse? Stramberg hat in der Absicht, eine gefällige Sagenzusammenstellung zu bieten, anderweitig lokalisierte Geschichten auf Ems übertragen. Um dies zu vertuschen, fingierte er ein Koblenzer Manuskript, das wohl nie existiert hat. Als authentische Sagenquelle im Sinne der volkskundlichen Forschung kann der "Rheinische Antiquarius" demnach nicht betrachtet werden, da immer damit zu rechnen ist, daß die vermeintlichen örtlichen Volkssagen sich stattdessen der Fabulierlust und unbezähmbaren Erzählfreude Strambergs verdanken oder von ihm umlokalisiert wurden.

Überhaupt hat man bislang die Möglichkeit unterschätzt, daß im 19. Jahrhundert durch die Lektüre gedruckter Sagenbücher neue Ortssagen geschaffen wurden, sei es von Literaten und Sagensammlern, sei es von örtlichen Erzählern. In den Nassauischen Blättern 1929 trifft man eine von Albert Henche veröffentlichte kurze Sage über die Wichtelmänner bei Bad Ems an. Diese wohnten im Bäderleyberg und hätten den Handwerkern bei der Arbeit geholfen, was ein Ende fand, als ein Schusterweib Erbsen auf die Treppe streute: "Da polterten die Geisterchen die Stufen hinab und verloren Stock und Schuh" (Fischer 216). Angeregt wurde diese Sage sicher durch Strambergs Hanselmänner-Geschichten, doch das zentrale Motiv von den ausgestreuten Erbsen entstammt der Sage von den Heinzelmännchen von Köln, die im 19. Jahrhundert durch ein 1836 erstmals erschienenes Gedicht von August Kopisch ungemein populär geworden sind.

Die Publikation in den Nassauischen Blättern 1929 verweist auf den für die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts so wichtigen Zusammenhang zwischen Heimatbewegung und Sagenproduktion. Die Heimatschutzbewegung, deren bewahrende Programmatik sich gegen die Auswüchse der Moderne richtete und das Heilmittel in der Rückkehr zu traditionellen Werten sah, pflegte ja die hergebrachten Ausdrucksformen der Volkskultur. Als wichtigste Trägergruppe ist in bezug auf die Sagen vor allem die Lehrerschaft anzusehen, die nicht nur im Schulunterricht Kenntnisse über Heimatsagen vermittelte, sondern auch Wert darauf legte, daß diese in Heimatbüchern und Heimatzeitschriften einen Ehrenplatz erhielten. Oft waren die Resulate ihrer Bemühungen, über Sagen die Heimatliebe zu fördern, jener sentimentale Sagenkitsch, von dem oben bereits eine Kostprobe gegeben wurde.

Hervorzuheben ist wieder die besondere Nähe von Sage und Geschichtskultur. Da die Ansichten über die heidnische Vergangenheit teilweise ideologisch besetzt waren, konnten auch Sagen, die vermeintlichen Überbleibsel aus vorchristlicher Zeit, in ein gefährliches Fahrwasser geraten.

Im Westerwälder Schauinsland, einer typischen Publikation im Gefolge der Heimatbewegung, erschien von Fritz Mannes 1926: "Die Zerstörung der Laurenburg. Eine Sage von der Lahn", kommentarlos wiederabgedruckt in Fischers Westerwaldsagen (212f.). Jährlich am Sonnwendtag erscheint auf dem der Burg nahegelegenen Wotansberg ein greiser Fremder, der dort "mit der ausgestreckten Rechten" einige Augenblicke unbeweglich stand. In einem Jahr aber wendet sich der geheimnisvolle Alte an den Burgherrn, dankt ihm für den Schutz vor dem abergläubischen Volk und übergibt ihm, da sein Lebenslauf vollendet sei, einen seltsam geformten Holzkrug. Wenn der Graf jährlich am Sonnwendtage genau bei Sonnenuntergang den Krug mit der ausgestreckten Rechten dem Himmelslichte entgegenstrecke und einen geheimen Spruch ausbringe, werde das Glück seinem Haus hold sein. Die Nachkommen des Grafen hielten sich alle daran und überlieferten den Spruch auf dem Totenbett ihrem Nachfolger, bis "ein junger hochfahrender Grafensohn" sich "frivolen Sinnes über die überlieferten Bräuche" hinwegsetzte. Wenige Monate später fiel die Burg und ihr Burgherr. Aus der Sagenliteratur, etwa aus Grimms Deutschen Sagen oder Strambergs Erzählung von dem Zwergengeschenk der Frau von Marioth, stammt das Motiv vom glückbringenden Gegenstand, der in der Familie bleiben muß. Ansonsten aber handelt es sich um dem völkischen Welt- und Geschichtsbild verpflichtete Propaganda, die ihre Schwärmerei für die altgermanische Religion mit dem Deckmantel einer "Sage" versieht. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Sagen hochgeschätzt, denn sie führen uns, schrieb 1943 ein Germanist, der nach dem Krieg in Innsbruck Karriere als Hochschullehrer machen wird, in den Monatsheften für Germanenkunde "zu den Wurzeln unserer volklichen Existenz hinab: zur lebendigen, mütterlich-bewahrenden Seele unseres Volkes". Über die ideologische Belastung des Themas "Sage" erfährt man jedoch in den Vorworten der populären Sagenbände nichts. Da man die Sage gern mit der Aura des "Zeitlosen" umgibt, will man nicht wahrhaben, daß die Beschäftigung mit ihr oft sehr zeitgebundene Formen annimmt.


Vortrag Verein für Geschichte, Denkmal- und Landschaftspflege Bad Ems 2.10.1996

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