Minderheiten in der frühen Neuzeit

 
     

DFG-Projekt an der Universität Freiburg
Laufzeit: 1999-2004

 

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Reichweite und Grenzen der Integration von ethnischen und religiösen Minderheiten in der Frühen Neuzeit
Süddeutschland und Pennsylvania im Vergleich
Leiter: Prof. Dr. Mark Häberlein

   
           
    Während sich in der aktuellen politischen Diskussion um Flüchtlinge und Migranten, Asylpolitik und Staatsbürgerschaft hartnäckig die Klischeevorstellung hält, Deutschland sei nie ein Einwanderungsland gewesen, lassen sich zahlreiche Beispiele dafür anführen, daß Zuwanderung und die Integration - aber auch die Ausgrenzung - von Fremden in Mitteleuropa auch in früheren Zeiten große Bedeutung hatten. In der Epoche der Frühen Neuzeit (1500-1800) etwa ließen sich französische und niederländische Flüchtlinge, savoyische und italienische Händler, Schweizer und Tiroler, osteuropäische Juden und sogar eine kleine Zahl an Afrikanern im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches nieder.

Diese Fremden stießen zwar oft auf Mißtrauen und waren bisweilen rechtlicher und sozialer Diskriminierung ausgesetzt, doch waren zumindest einige von ihnen auch als Finanziers, Unternehmer, spezialisierte Handwerker und "Agrar-Experten" gefragt und integrierten sich erfolgreich in die frühneuzeitliche Ständegesellschaft.
 
Hugenotten präsentieren dem Großen Kurfürsten Luxuswaren
 
       
    Die Dynamik von Integration und Ausgrenzung ethnischer und religiöser Minderheiten wurde in diesem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt am Beispiel südwestdeutscher Städte und Gemeinden näher untersucht. Dabei wurden einerseits die Integrationserfahrungen und -strategien unterschiedlicher Gruppen wie Savoyer, Täufer und Juden analysiert. Andererseits wurden die südwestdeutschen Beispiele mit einer "klassischen" Einwanderungsregion der Frühen Neuzeit, der nordamerikanischen Kolonie Pennsylvania, verglichen.

Die von Pennsylvanias Gründer William Penn propagierte religiöse Freiheit und der heterogene Charakter der Einwanderung führten dort im 18. Jahrhundert zur Entstehung einer pluralistischen
Kolonialgesellschaft, in der Engländer, Iren, Schotten, Deutsche, Schweizer und andere ethnische Gruppen sich miteinander arrangieren mußten. Der Vergleich Südwestdeutschland - Pennsylvania gibt unter anderem Aufschlüsse über den Einfluß frühneuzeitlicher Obrigkeiten auf Integrations- und Ausgrenzungsprozesse und über die Bedeutung von unterschiedlichen sozialen, ökonomischen, rechtlichen und kirchlichen Strukturen für die Integrationsproblematik.
 
       
Stand: 07.06.05
Gestaltung: Eva Wiebel
 
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