Fünf Schriftstücke zur Geschichte der Göppinger Oberhofenkirche (1439, 1447) aus dem Lehenkopialbuch Konrads von Weinsberg und dem Weinsberger Archiv


Einträge im Weinsberger Lehenkopialbuch Generallandesarchiv Karlsruhe 67/1663, f. 136v-138v (alte Folierung: CVv-CVIIv). Vermerke von Registratorenhand f. 136v vor der Urkunde "Conrat von Rinderbach" f. 138 desgl. "Unser frauwen cappelle zu Geppingen" und "ist geeygen". Vor den schwungvoll ausgeführten Initialien befindet sich jeweils ein kleines Ringlein.

[f. 136v] Dem wolgebornen herren hern Conratten herren zu Winsperg des heiligen richs erbcamrer mynem gnedigen herren enbitt ich Conrat von Rinderbach burger zu Vlme min undertenig willig dinst zuvor. Gnediger her' ich laß uwere gnade wissen, daz ich die zweyteyle des zehendes grosses und kleynes zu Holczhusen und vier fuder heuws von zehenden mit allen rechten und zugeho+erden, daz ich von uwern gnaden zulehen gehebt han und von uwern gnaden zu lehen ru+eret, nu den erbern wisen unser ffrauwen und irs goczhuse zu Oberhoffen by Geppingen gelegen pflegern und burgern daselbs und allen iren nachkomen an der pflege an daz selb goczhuß ains statten redlichen kauffs zu kauffen gegeben han. Und darumb so sag ich dasselb lehen uwern gnaden uff mit diesem brieffe und bit auch uwer' gnade mit ganczem flisse demu+etiglich, daz ir daz lehen gnediglichen von mir uffnemen und es mit allen sinen zugeho+erden und rechten den vorgenanten pflegern als unser frauwen und irs vorbenanten goczhus trager und irn pfleger' und tragers wise gnediglich verlihen wollent, daz wil ich allezite mit ganczem willen umb uwer gnade verdienen. Zu urkund dir' sache so send ich uwern gnaden diesen brieff mit minem eygen uffgedrucktem insigele versigelte und han darzu erbetten die ersamen wisen Paulnn von Rinderbach und Jorgen Stabenhaber' burger zu Gemu+ende uwer lehenmann, daz sie ir eygen insiegele in selb ane schaden zu eyner waren gezu+egniß dir' sache und uffsagunge auch offentlich inn diesen brieffe zu dem mynem gedruckt hand. Der geben ist an mitwochen in der heiligen pfingstwochen anno domini moccccoxxx nono. [1439 Mai 27]


Dem wolgebornen herren hern Conratten
herren zu Winsperg des heiligen richs
erbcamrer' etc. mynem gnedigen herren
Wolgeborner' und gnediger'. Min undertenig willig dinst wisse uwer gnaden von mir zu allen ziten bereit. Gnediger her' als unser frauwen pflegern des goczhuß zu Oberhoffen by Geppingen gelegen, zeyger dieß brieffs, zu uwern gnaden koment mit mynem uffsage brieffe, alz ich uwern gnaden die zweyteyle [f. 137] grosses und kleynes zehenden zu Holczhusen mit den vier fudern zehenden heuws, daz von uwern gnaden zulehen ru+eret, daz ich nu an daz egenant goczhuse zu kauffen gegeben han, uff sagen etc. mit uwern gnaden von der lehen wegen zu reden und eynig zu werden, bitt ich uwer gnade mit ganczem flisse ernstlich und demu+etiglich, daz ir die vorgenanten pflegere gnediglich ho+eren und vernemmen und sie umb unser frauwen willen, wann sie in dem vorbenanten goczhuse ire grosse schinbarliche wunderzaichen wircket, darumb grosser zulauff dahin ist und von mines willigen dinste wegen mit uwern gnaden gu+etlich ußkomnen lassen und in gnade tun wollent alz ich des uwern gnaden su+enderlich wol getruwen. Daz wil ich zu solichem goczlone, den ir darumb von gotte und siner muter Marie enpfahent, underteniglichen umb uwer gnade verdienen. Geben an donrstag in der heiligen pfingstwochen anno domini etc. xxx nono [1439 Mai 28]

Conrat von Rinderbach
Burger zu Vlme


Unserm schriber und lieben getruwen Johannes
Stoffarn zu Gutenberg

Conrat her' zu Winsperg
Erbcamrer etc.

Unsern gruß zuvor lieber getruwer'. Wir schicken dir hie mit eynen offen brieff von Conrat von Rinderbach, als er sin lehen die er von uns hat verkaufft unser frauwen cappel zu Geppingen darzu wir unsern willen gethan und geben haben, also daz sie unsern eltern unser hußfrauwen und aller unser nachkomen eyn ewig gedechteniß eyn [f. 137v] iglicher capplan der selben cappellen alwegen uff den dinstag vor dem heiligen pfingstag selb drit priester' mit vigilien und selemeß haben und halten sollen und wer es sach, daz daz nit geschehe, so sol der pferrer zu Geppingen daz also haben und begen in der pfar'kirchen und sol im daz jar die nuczung der zehenden werden und gefallen und sol dann darnach aber wieder gefallen an der cappellen cappel [!], der dann zu der zijt capplan ist, der dann aber uff den dinstag vor dem heiligen pfingstag unser unser hußfrauwen eltern und unserer erben aber begen sol selbdrit priester' mit vigilien und selemessen und an der kanczel gedencken und sol also ewiglichen gehalten werden. Wann eyn capplan der vorgenanten cappellen solche begenckniß nit dut, so sol es alwegen eyn pferrer thun und sol auch daz selb jar die nuczung und zehenden nemen. Wer aber sach, daz der pferrer noch der capplan ir dheiner die begenckniß dette und daran su+emig wu+erde, so sol eyn schulthuß [!] burgermeynster'n und rat der stat zu Geppingen den nucz der zehenden daz jar zu iren handen nemen und den geben an den spittal da selbs, ob eyns anders da ist. Wer' aber keyns da, so sollen sie den selben nucz nach ir gewisheit under armen luten deyln oder den sust zu gots dinsts wenden, alz sie dann got darumb entworten wollen. Und mach daz also dri brieff: der eyn hab der pferrer', den ander der capplann oder pfleger der' cappellen, den dritten der rat zu Geppingen. So solt du solche brieff in unser register seczen, daz man die darinne finden moge zu ewigen ziten. Auch vergiß nit, du seczest in den brieff, daz sie unser' und unser hußfrauw elter und unser erben alle fronfasten sunderlichen an der kanczeln gedencken sollen und mach daz also nach rat und uff die beste forme und gib die dem, der dir diesen brieff bringet und heyß dir [folgt gestrichen: thun] dynu recht geben und schrib dem pferrer und dem rat, daz du in die brieff also schickest von unsernt wegen, wann wir der wile nit gehaben mochten, die brieff also zu machen, darumb so du im recht. Geben zu Viellingen am mitwoch vor unsers herren fronlichnams tag anno etc. xxx nono [1439 Juni 3].


[f. 138] Wir Conrat her' zu Winsperg dez heiligen ro+emischen richs erbcammrer' bekennen und verjehen offentlich mit diesem brieffe fu+er uns alle unser' erben und nachkomen und thun kunt aller menglich die in ymer sehen lesen oder ho+erent lesen, als Conrat von Rinderbach burger zu Vlme die zweyteyle des grossen [folgt gestrichen: zehenden] und kleyn zehenden zu Holczhusen und vier fuder heuwes vom zehenden daselbst mit allen sinen rechten und zugehorunge, als daz von uns und unsere her'schafft zu lehen ru+eret, unser lieben frauwen und irem gotshuse zu O+eberhoffen by Geppingen gelegen iren pflegern daselbst und burger zu Geppingen und allen iren nachkomen an der selbe pflege an daz selbe gotshuse verkaufft und in daz zu urtet zu kauffen geben und uns solche lehen mit sinem offenbrieffe uffgesant und uns fruntlich und flißlich gebetten hat, unsern gunst willen und verhencknisse zu solchem kauff zu tun und zu geben. Also haben wir unser liebe frauwe Marie gottes mutter' zu lobe und zu eren und auch umb bette willen des vorgenanten Conrats von Rinderbach alz ein leher'enn unsern gunst und willen zu solchem kauff gegeben und wir geben auch unsern gunst guten willen wissen und verhencknisse darzu fur uns alle unsere erben und nachkomen und macht dieß brieffs. Doch also, daz die pfleger' desselben goczhuses fur sie und alle ire nachkomen uns unser hußffrauwen allen unsern eltern und allen unsern nachkomen eyn ewige gedechteniß bestellen und schaffen also, daz eyn iglicher capplan und alle sin nachkomen derselben cappellen und goczhuses alwegen und eyn igliches jars uff den nechsten dinstag vor dem heyligen pfingstag selb dritt mit priestern mit vigilien und selemessen und mit beluchtung solch gedechteniß und begengniß halten und haben und auch unser gedencken solle alle fronfasten und zu der selben zit an der kanczel und welchs jars eyn iglicher capplann der vorbenanten cappellen solche gedechteniß nit dette beginge und hielte, so vorgeschrieben stet, so sol eyn iglicher pferrer zu Geppingen darnach, so daz also verzogen nit gescheen wer', daz also halten und begen in vorgeschriebener masse in der selben pfar'kirchen und sol im daz jar die nuczunge des zehenden werden und gevallen und sol dann darnach aber wieder gefallen an die cappelle und der vorgenant capplann [f. 138v], der dan zu den ziten capplann ist, der dann aber uff den vorgenanten dinstag nach dem heyligen pfingstag uns unser hußfrauwen unsern erben und nachkomen begen sol selb dritte mit priestern vigilien selmessen belu+echtung und gedechtnisse, so vorgeschrieben stet, und sol also ewiglich gehalten werden. Wann ein capplann der vorgenanten cappellen solch begengniß nit dut, so vorgeschriben stet, so sol es alwegen eyn pferrer tun und sol daz selb jare die nuczung der vorgenanten zehenden nemen. Were aber' sache, daz der pferrer' nach der capplann ir keyner die begengnisse tetde, so vorgeschrieben stet, und daran su+emig wurden, welchs jars daz geschehe, so sol eyn schulthuß [!] burgermeynstern und rat zu Geppingen die nuczunge des vorgenanten zehenden desselben jars zu irn handen nemen und daz geben in das spital daselbst oder ob keyns da were, so sollen sie die selben nuczung nach irer gewißheit under arme lu+ete teyln oder sust zu goczsdinst wenden, alz sie dann gut bedu+encket und got darumb antworten wollen an alle geverde. Des zu warem urkunde, so haben wir unser ingesegel mit rechter wissen thun hencken an diesen brieff. Der geben ist zu Gutenberg an der nehsten mitwoch vor sant Vits dag in dem jare alz man zalte von Cristi [folgt gestrichen: geburte] unsers herren geburte vierzehenhundert und darnach in den nu+en und drissigsten jaren [1439 Juni 10].
Schreiben des Hans Schwindel, Vogt zu Göppingen, und des dortigen Gerichts an Erbkämmerer Konrad von Weinsberg. Behändigte Ausfertigung, Papier mit aufgedrücktem Siegel im Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Weinsberger Archiv, F. 71 (alte Signatur: F. 73) 1447 August 21 (Repertorium: August 23)

[Anschrift auf der Rückseite:] Dem wolgebornen herren hern Conrat herre zu+o Winsperg und erbkammrer des ro+emischen richs unserm gnedigen herren.

Wolgeborner gnediger herre unser willig dienst bevor lieber herre. Als die briefe, so dann vor von úwern gnaden gemachtt und geschriben sind gehaissen worden von fryung der zwayer tail des grossen und klayn zehenden wegen zu+o Holtzhusen mit vier fu+oder zehend ho+ews, die von úwern gnaden zu+e lehen gangen sind, unser lieben fro+uwen sannt Marie pflegnúß zu+o Obernhofen, inn haltend úwer und aller úwer vordern ja+urzit darumb laussen bega+un mit drey priestern mit vigili und selmisse ja+erlich aynest und ouch úwer und aller úwer vordern sullen laussen gedencken und fúr úch ze bitten o+ewigklich ygklichs ja+urs ze vier ma+uln besunder uff ygklich quottemper aynost, laussen wir úwer gnade wissen, das wir mit gantzen und gemaynen unserm ra+utte und ouch der priesterschafft zu+o Geppingen by uns fúrgenomen haben, zway sel und presentz bu+echer laussen ze machen, dar yn man alle ja+urzitt und presentz schrieben sulle, der selben bu+och ouch wir eyns inn haben wo+ellen, damit das so+ellich ingeschriben ja+urzit und presentz dester ordenlicher und furderlicher one abgang o+ewigklichen gehaltten und volbracht werden. Hier umb gnediger herre, wa+ere es úwern gnaden zu+ogefallen, so wo+elten wir úch und úwern vordern an der obgenannten úwer gnade gemachten brieff stat mit ir innhaltung von der vorgenantten pflegnúß wegen acht schilling ha+eller o+ewigs gelts laussen in schriben in dieselben obgenantten presentz bu+echer der priesterschafft zu+o Geppingen úwer und úwer vordern ja+urzitt nicht allain zu+o bega+un ja+erlich aynest mit drey priestern, so vor vermercktt ist, sunder aber mit allen priestern die da zu+o Geppingen presentz nemend und dar by wa+eren und mer ouch darzu+o in dieselben bu+echer laussen schriben besunder eynem pfarrer oder kirchherren zu+o Geppingen zwen schilling ha+eller ja+erlichs und o+ewigs gelts zu+o gedenck geltt, also das eyn ygklicher pfarrer oder kirchherre zu+o Geppingen oder sin verweser o+ewigklich alle mentag úwer und aller úwer vordern gedencken und fúr úch bitten so+eltte mit andern, die dann in dem selben gedenck zedel begriffen sind und noch fúro werden. Und maynen also, sollichs úwern gnaden wol sullen gefallen, wann wir úwern gnaden und vordern gern mer wo+ellen laussen tun dann die gemachtten brieffe vormals inhaltttend und dasselb alles also ouch bestetten und schaffen gehaltten werden mit so+ellichem ernst und gantzem vlisse, als ob es unser und unser vordern aigen sachen wa+eren, und begeren also úwer verschriben anttwu+ertt darumb by disem botten, und ouch damit, ob úch sollichs zu+o gefallen sey, umb welch zytt im ja+ure man úwer und úwer vordern ja+urzitt bega+un súlle, das man die selben also liesse inschriben. Geben uff gu+ottentag vor Bartholomei anno etc. xxxxvijo.

Hans Schwindel vogt zu+o Geppingen
und das gericht daselbst.


Zur Textwiedergabe: u/v normalisiert; der r-Haken im Kopialbuch bleibt unaufgelöst. Interpunktion von mir. Übergeschriebene Buchstaben werden mit Pluszeichen gekennzeichnet (u+o ist o über u usw.).

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